Festival für zeitgenössische Fotografie
Markus Schlamadinger
Markus Schlamadinger, 1975 in Graz geboren, arbeitet im Genre der Aktfotografie – und bezeichnet seine Arbeiten dennoch bewusst als Nicht-Akt-Fotografie. Dieser Begriff ist kein Widerspruch, sondern ein klares künstlerisches Statement. Zwar ist der Mensch in seinen Bildern nackt sichtbar, doch Nacktheit ist für ihn kein Selbstzweck. Es geht nicht um Haut oder Körperlichkeit, sondern um Wahrhaftigkeit. Um den Menschen hinter der Hülle.
Indem Kleidung, Make-up und ästhetische Filter wegfallen, entsteht ein radikal reduzierter Raum. Der Mensch erscheint ungeschminkt im wörtlichen Sinn, ohne Inszenierung und ohne Schutzschicht. Die Nacktheit wird zum Mittel, Ablenkung auszuschalten. Sie dient der Konzentration auf Präsenz, Ausdruck und innere Wahrheit. In diesem Sinn ist seine Arbeit äußerlich Akt, inhaltlich jedoch Nicht-Akt: keine Zurschaustellung von Körpern, sondern eine Suche nach Authentizität.
Sein Grundsatz „Reduce to the Max“ prägt diesen Zugang konsequent. Schlamadinger entfernt alles, was vom Kern der Begegnung ablenkt. Natürliches Licht, klare Komposition und minimale Mittel schaffen eine Atmosphäre, in der Essenz sichtbar wird. Die Reduktion ist dabei Haltung, nicht Effekt.
Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem in New York, London, Mailand und Paris. Zudem erschienen sie in zahlreichen internationalen Magazinen, Blogs und Kunstforen, darunter Der Greif, PhotoVOGUE und weitere kuratierte Plattformen zeitgenössischer Fotografie.
Nicht-Akt-Fotografie bedeutet für Schlamadinger, den Menschen pur zu zeigen – ohne Masken, ohne Filter, ohne Ablenkung. Nicht um des Aktes willen, sondern um das Menschliche in seiner unverstellten Form sichtbar zu machen und Nähe spürbar werden zu lassen.

Foto: Markus Schlamadinger; FOMO Ort: Schlossbergstollen, Schlossbergplatz 1, 8010 Graz
14. April – 15. Mai 2026
